Berlin übertrumpft Frankfurt – Savills mischt mit

Investitionen in Berliner Gewerbe-Immobilien stiegen zuletzt um 46 Prozent. Das ruft auch einen asiatischen Staatsfonds auf den Plan, Savills mischt ebenfalls mit

Trotz Brexit und Zuzug zahlreicher Banken ist Frankfurt derzeit nicht der gefragteste Markt für Gewerbe-Immobilien in Deutschland. Dieser Titel geht an einen Ort rund 500 Kilometer weiter nordöstlich: Berlin. Dort will nun auch ein Staatsfonds aus Singapur verstärkt investieren.

„Mit dem Zuzug junger Menschen wandelt sich das Image der Stadt“, begründet Helge Scheunemann, Head of Research Germany beim Immobiliendienstleister Jones Lang LaSalle, das gestiegene Interesse an Berlin. Internationale Modefilialisten hätten die Stadt als hippe Metropole entdeckt, auch immer mehr Unternehmen aus dem IT-Sektor kämen hierher.
Das führe zu Mietsteigerungen und zu einem ausgeprägten Investoreninteresse. Scheunemann sagt: „Nach der Wende hatte zunächst noch Berlins Image als Verwaltungsstadt überwogen, was nicht unbedingt attraktiv auf Immobilien-Investoren wirkte.“

Savills – 7,9 Milliarden Euro in Berliner Gewerbe-Immobilien geflossen

Massimo Massih, Managing Partner beim Immobilien-Investor Caleus Capital Investors GmbH, kann da nur zustimmen. „Tech-Firmen und Start-ups tragen viel zur Flächennachfrage bei“, sagt er. „Hinzu kommen Blue-Chip-Firmen, die ihre R&D-Abteilungen nach Berlin verlagern, um die Talente einzufangen, die in der Stadt leben wollen.“

Vergangenes Jahr waren 7,9 Milliarden Euro in Berliner Gewerbe-Immobilien geflossen, ein Plus von 46 Prozent im Vergleich zu 2016, zeigen Daten von BNP Paribas Real Estate GmbH. Erst auf dem zweiten Rang folgt Frankfurt, der Spitzenreiter aus 2016, mit 7,5 Milliarden Euro und einem Anstieg von zwölf Prozent.

Auch die größte Einzeltransaktion 2017 geht auf das Konto von Berlin: Das Sony Center wechselte für gut 1,1 Milliarden Euro den Besitzer.Vor diesem Hintergrund hat sich Caleus Capital Investors jetzt mit GIC, dem Staatsfonds von Singapur, zusammengetan und ein gemeinsames Investment-Vehikel gegründet. Dessen Fokus liegt auf dem Berliner Büromarkt. Massih sagt: „Wir glauben, dass sich der Aufwärtstrend der vergangenen Jahre fortsetzt. Für uns ist Berlin der attraktivste Markt in Deutschland.“

Laut Savills ist die Durchschnittsmiete für Berliner Büros von 12,30 Euro je Quadratmeter im Jahr 2013 auf 19,20 Euro in 2017 gestiegen, während sich der Leerstand über diesen Zeitraum hinweg von fünf auf zwei Prozent verringerte.
Büros stehen BNP zufolge in der Hauptstadt klar an der Spitze innerhalb der Gewerbe-Immobilien-Transaktionen. Grund hierfür sei unter anderem ein langsam zunehmendes Angebot an modernen, gut vermieteten Objekten.

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